PROFESSIONALS ONLY!
Im Improvisationstheater ist die starke und geerdete Verbindung zur Realität eine grundlegende Fähigkeit, die es den Schauspielenden ermöglicht, auf der Bühne authentisch, präsent und glaubwürdig zu sein. Manchmal verlieren sogar erfahrene Improspieler*innen diese Eigenschaft aus den Augen. Das geschieht meist nicht aufgrund mangelnder Fähigkeiten, sondern im Gegenteil, aufgrund von zu großem Fokus auf „Storytelling“, zu viel Energie oder dem Bestreben, dass „die Szene läuft.“
Bei sehr erfahrenen Darsteller*innen kann sich dies wie folgt äußern:
– Bevorzugen von unterhaltsamer Story gegenüber einer authentischen Reaktion
– Übermäßiges Zustimmen auf Kosten der inneren Wahrheit
– zu starker Druck für Bedeutung, Sinn oder dramatische Wirkung
– das „Darstellen“ von Emotionen, anstatt sie tatsächlich zu leben
– das Gestalten der Szene, anstatt sie Moment für Moment entstehen zu lassen
Die daraus resultierenden Szenen sind oft technisch ausgefeilt, temporeich und (hoffentlich) unterhaltsam, aber vielleicht etwas losgelöst von der erlebten Realität.
Alles funktioniert, und doch fehlt etwas Wesentliches: das Gefühl für Echtzeit, echte Konsequenzen und echte emotionale Notwendigkeit.
„Sense of Reality“ ist ein Versuch, zu dieser fehlenden Ebene zurückzukehren. Es basiert auf einigen wesentlichen Prinzipien:
– der Fähigkeit, zu beobachten und sich selbst zu beobachten, während die Story entsteht
– der Fähigkeit, in einem emotionalen Zustand zu verweilen, ohne ihm zu entfliehen oder ihn zu beschönigen
– der Fähigkeit, die Wahrnehmung zu einer klaren inneren Entscheidung reifen zu lassen
– der Ausführung von Handlungen, die präzise sind und dem tatsächlichen Impuls des Augenblicks entsprechen.
Fokus
Bei der Arbeit in diesem Workshop geht es nicht darum, mehr Ideen zu entwickeln oder die Komplexität des Storytelling zu steigern. Es geht vielmehr darum, innere Prozesse zu verlangsamen, um die Kausalität zwischen Wahrnehmung, Emotion, Entscheidung und Handlung wiederherzustellen.
Wir werden am Übergang zwischen „wissen, was geschieht“ und „es tatsächlich geschehen lassen“ arbeiten und dabei die Kluft zwischen Impuls und Ausdruck verringern. Das Ziel ist es, einen Zustand wiederzugewinnen, in dem Improvisation nicht konstruiert, sondern in Echtzeit durch Achtsamkeit, emotionale Kontinuität und geerdetes Handeln entdeckt wird.
Absicht
In diesem Labor werden wir uns die Zeit nehmen, eine authentischere Art des Auftretens auf der Bühne und der Interaktion mit anderen zu verfeinern – eine Art, bei der Szenen nicht „richtig“ gespielt, sondern mit Klarheit und Präzision gelebt werden.
Dieser Kurs wird in Englisch unterrichtet.
Leitung:
Es ist ein Drei-Tage-Workshop:
(mit insgesamt 11 Workshop-Stunden)
Freitag: 14 Uhr – 17 Uhr
Samstag: 11 Uhr – 17 Uhr inkl. 60 min Mittagspause
Sonntag: 11 Uhr – 14 Uhr
Preis: 275,- Euro (inkl. Mehrwertsteuer)